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Stille Entzündungen: Ein unterschätztes Gesundheitsrisiko?

Katharina Korbach 18/12/2025
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- minutes

Abbildung 1: Stille Entzündungen können zur Entstehung zahlreicher chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes mellitus und Autoimmunerkrankungen beitragen. In vielen Fällen bleibt die „Silent Inflammation“ jahrelang unbemerkt.

Nicht immer müssen Entzündungen mit Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen verbunden sein. Sogenannte „stille Entzündungen“ bleiben häufig symptomfrei und deshalb über Jahre oder Jahrzehnte unentdeckt. Das Problem: Die niedriggradigen Inflammation können die Gesundheit erheblich beeinträchtigen und zur Entstehung zahlreicher chronischer Erkrankungen beitragen. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, was stille Entzündungen sind und was sie von anderen Entzündungsformen unterscheidet. Zudem informieren wir Sie über Ursachen, Symptome und Diagnoseverfahren und stellen Ihnen 6 ganzheitliche Tipps vor, die Sie bei der Bekämpfung und Prävention der „Silent Inflammation“ unterstützen können.

Was versteht man unter „stillen Entzündungen“?

Der „stillen Entzündung“ (auch: „Silent Inflammation“) wurde in den letzten Jahren zurecht viel Aufmerksamkeit zuteil. Charakteristisch für stille Entzündungen ist, dass sie in der Regel nicht mit sicht- oder spürbaren Symptomen einhergehen. Stattdessen entwickeln sie sich meist langsam und unbemerkt. Zahlreiche Studien unterstreichen jedoch den Zusammenhang niedriggradiger chronischer Entzündungsprozesse im Körper mit der Entstehung ernstzunehmender chronischer Krankheiten wie Adipositas, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[1] Aufgrund der weltweit hohen Zahlen chronischer Erkrankungen erscheint es daher umso wichtiger, die „Silent Inflammation“ genauer zu betrachten und zu erforschen.

Akute, chronische oder stille Entzündung – Wo liegt der Unterschied?

Abbildung 2: Während akute Entzündungen typischerweise mit Rötungen, Schwellungen und Schmerzen verbunden sind, verlaufen stille Entzündungen meist ohne akute Symptome.

Obwohl sie einen eher schlechten Ruf haben, sind Entzündungen per se nichts Negatives. Vielmehr handelt es sich um eine natürliche und lebenswichtige Antwort des Immunsystems auf eine Schädigung, eine Infektion oder einen Reiz. Ohne Entzündungsprozesse könnten Wunden nicht heilen und Infektionen nicht erfolgreich bekämpft werden. Allerdings gibt es unterschiedliche Entzündungsformen, die sich in Intensität, Symptomatik und Dauer unterscheiden:

  • Akute Entzündung: Die akute Entzündung ist das, was die meisten Menschen sich klassischerweise unter einer Entzündung vorstellen. Eine eiternde Wunde zählt ebenso zu den akuten Entzündungen wie eine Erkältung oder ein Insektenstich. Auf die akute Verletzung oder Infektion reagiert der Körper mit sicht- und spürbaren Symptomen wie Rötungen, Wärmebildung, Schwellung und Schmerz. Nach der Beseitigung der Ursache heilt die akute Entzündung meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen wieder ab.
  • Chronische Entzündung: Diese Entzündungsform ist langanhaltend, da die akute Entzündungsreaktion entweder nicht vollständig abklingt oder immer wieder aufflammt. Neben unbehandelten akuten Entzündungen können auch Autoimmunerkrankungen (z.B. Rheuma, Morbus Crohn) oder Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes) für chronische Entzündungen wie chronische Bronchitis, rheumatoide Arthritis oder Parodontitis verantwortlich sein. Bestehen chronische Entzündungen über Monate oder Jahre, kann es zu Gewebeschäden, Narbenbildung oder Organfunktionsstörungen kommen.
  • Stille Entzündung: Die „Silent Inflammation“ ist ebenfalls eine Form der chronischen Entzündung, die jedoch meist ohne akute Symptome verläuft. Aus diesem Grund bleiben stille Entzündungen oft jahrelang unbemerkt. Langfristig kann die niedriggradige Inflammation jedoch systemische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen begünstigen.

Häufige Ursachen stiller Entzündungen

Stille Entzündungen entwickeln sich oft schleichend und über Jahre hinweg. Meist ist eine Kombination aus Lebensstil- und Umweltfaktoren sowie Stoffwechselprozessen für die Inflammation verantwortlich. Zu den relevantesten Einflussfaktoren zählen:

  • Viszeralfett und Übergewicht
  • unausgewogene Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Ungleichgewicht im Darmmikrobiom (Dysbiose)
  • Alterungsprozesse („Inflammaging“)
  • chronischer Stress
  • Umweltgifte
  • übermäßiger Zucker- und Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Zahn- und Wurzelbehandlungen

Bestimmte Lebensmittel und Inhaltsstoffe können Entzündungen nachweislich fördern. Dazu gehören vor allem Zucker, raffinierte Kohlenhydrate, Transfette, rotes und verarbeitetes Fleisch sowie Alkohol. Wer also regelmäßig süße, fettige und hochverarbeitete Lebensmittel konsumiert, kann damit stillen Entzündungen den Weg ebnen. Zudem sind viele der genannten Lebensmittel und Lebensmittelbestandteile sehr kalorienreich, was Übergewicht begünstigt. Dieses wiederum geht nicht selten mit einem erhöhten Anteil von schädlichem Viszeralfett einher. Diese Art des Fettgewebes legt sich tief im Bauchraum um innere Organe wie Leber, Darm und Bauchspeicheldrüse. Viszerales Fett ist metabolisch sehr aktiv. Es setzt entzündungsfördernde Substanzen frei, die für eine chronisch-niedriggradige Entzündung sorgen.

Nicht selten ist auch ein Ungleichgewicht der Darmbakterien dafür verantwortlich, dass stille Entzündungen entstehen. Bei einer ungünstigen zucker-, fett- und zusatzstoffreichen Ernährungsweise kann es zu einer durchlässigen Darmwand („Leaky Gut“) kommen. So können Schadstoffe, Bakterien und Toxine aus dem Darm ins Blut gelangen. Die Folge ist eine dauerhafte Aktivierung des Immunsystems, oft verbunden mit einer „Silent Inflammation“.

Der Begriff „Inflammaging“, der sich aus den Worten „Inflammation“ (= Entzündung) und „Aging“ (= Altern) zusammensetzt, beschreibt die Entwicklung einer stillen Entzündung als Begleiterscheinung des Alterungsprozesses. Mit zunehmendem Alter reagieren die Immunzellen langsamer und unpräziser, sodass konstant kleine Mengen an Entzündungsbotenstoffen – sogenannten Zytokinen – freigesetzt werden. Dieser auch als Immunoseneszenz bekannte Vorgang sorgt für einen dauerhaft erhöhten Entzündungsstatus im Körper, der mit Zellschädigungen und einer Verstärkung bestehender Entzündungen einhergehen kann.

Was passiert bei einer stillen Entzündung im Körper?

Abbildung 3: Stille Entzündungen sorgen für eine dauerhafte leichte Aktivierung des Immunsystems und für eine ständige Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen.

Um die Tragweite und die Folgen stiller Entzündungen besser nachvollziehen zu können, ist es hilfreich zu verstehen, was dabei im Körper eigentlich genau passiert. Bei einer akuten Entzündung ist die körperliche Reaktion kurz, stark und zielgerichtet. Das Immunsystem wird aktiviert und es werden entzündungsfördernde Botenstoffe – vor allem sogenannte proinflammatorische Zytokine – ausgeschüttet. Daraufhin werden Immunzellen wie Granulozyten und Makrophagen aktiv, die unerwünschte Eindringlinge wie Viren oder Bakterien bekämpfen. Nachdem die Ursache beseitigt ist, klingt die Entzündung langsam ab und es setzen körperliche Heilungs- und Reparaturprozesse ein.

Anders sieht es bei stillen Entzündungen aus: Hier arbeitet das Immunsystem zwar nur in geringem Maße, dafür aber dauerhaft. Das bedeutet, dass bestimmte Immunzellen ständig leicht aktiviert sind und Entzündungsbotenstoffe freisetzen. Diese ständige Immunaktivität bleibt nicht ohne Folgen: Es entstehen reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die Zellen, Eiweiße, Fette und DNA angreifen. Außerdem kann es zu schleichenden Gewebeschädigungen sowie zu Störungen in der Zellkommunikation und damit zu Fehlsteuerungen im Stoffwechsel kommen. Bleibt diese Zustand über Jahre oder Jahrzehnte bestehen, kann dies diverse Erkrankungen und gesundheitlichen Beschwerden nach sich ziehen (s. Abschnitt „Mögliche langfristige Folgen stiller Entzündungen“).

Mögliche langfristige Folgen stiller Entzündungen

Oftmals werden stille Entzündungen erst bemerkt, sobald Folgeerkrankungen auftreten. Die Bandbreite der Krankheiten, die durch eine chronische niedriggradige Inflammation begünstigt werden, ist groß. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes mellitus können ebenso eine Folge stiller Entzündungen sein wie chronische Nierenerkrankungen, chronische Schmerzen, Allergien und neurodegenerative Erkrankungen.[2]

Der Entstehung der einzelnen Erkrankungen durch eine „Silent Inflammation“ liegen jeweils eigene, oft komplexe Mechanismen zugrunde. So können bestimmte Entzündungsbotenstoffe (TNF-α und IL-6) die Insulinrezeptoren in Muskel- und Leberzellen hemmen und auf diese Weise eine Insulinresistenz hervorrufen. Dies kann wiederum ein Typ-2-Diabetes oder die Entwicklung eines metabolischen Syndroms zur Folge haben.

Darüber hinaus kann eine dauerhafte Aktivierung des Immunsystems diverse Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn oder rheumatoide Arthritis verursachen. Das liegt daran, dass eine permanente unterschwellige Immunaktivität die natürlichen körperlichen Regulationsmechanismen erschöpfen kann. Das Immunsystem geht dann häufig dazu über, nicht nur Fremdstoffe, sondern auch körpereigene Zellen und Strukturen anzugreifen – der Beginn einer Autoimmunerkrankung.

Typische Symptome und Anzeichen stiller Entzündungen

Im Zusammenhang mit stillen Entzündungen von Symptomen zu sprechen, mag zunächst widersprüchlich erscheinen. Denn ist es nicht gerade das Hauptmerkmal der „Silent Inflammation“, dass sie symptomfrei und unbemerkt verläuft? Grundsätzlich stimmt es, dass die klassischen Entzündungssymptome wie Rötungen, Schmerz oder Schwellungen bei der „Silent Inflammation“ ausbleiben. Dennoch gibt es einige subtile körperliche Warnsignale, auf die Sie achten können, wenn Sie eine stille Entzündung vermuten. Zu den typischen unspezifischen Anzeichen stiller Entzündungen zählen:

  • chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Schlafstörungen
  • verlangsamte Regeneration (nach Training oder Krankheit)
  • erhöhte Reizbarkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Hautirritationen (z.B. Rötungen, Ekzeme, Unreinheiten)

Wie werden stille Entzündungen diagnostiziert?

Spätestens, wenn sie eines oder mehrere der im vorigen Abschnitt genannten Symptome bei sich feststellen, ist es ratsam, den Verdacht auf eine stille Entzündung ärztlich überprüfen zu lassen. Doch wie lässt sich herausfinden, ob tatsächlich eine „Silent Inflammation“ vorliegt? Aufgrund ihrer diffusen oder zunächst völlig ausbleibenden Symptome bleiben stille Entzündungen oft lange unerkannt. Um zu verhindern, dass eine mögliche Inflammation sich ungehindert ausbreitet, lohnt sich eine Blutuntersuchung auch dann, wenn sie lediglich zur Absicherung und Prävention dient. Achten Sie darauf, dass relevante Blutparameter berücksichtigt werden, die Rückschlüsse auf Entzündungsprozesse zulassen. Wichtige Marker für stille Entzündungen sind das hochsensible c-reaktive Protein (hsCRP) sowie die Anzahl weißer Blutkörperchen und der LPS-Wert. Die Abkürzung „LPS“ steht für Lipopolysaccharide. Diese Endotoxine können über die Darmwand in die Blutbahn gelangen und für eine dauerhafte unterschwellige Entzündung im ganzen Körper sorgen.[3]

Neben einer Messung wichtiger Biomarker im Blut kann auch eine Mikrobiomanalyse äußerst sinnvoll sein. Bei der Untersuchung kann nicht nur ein allgemeines Ungleichgewicht des Darmmikrobioms (Dysbiose), sondern über eine Messung des Zonulins auch ein bestehendes Leaky Gut-Syndrom festgestellt werden. Bei Verdacht auf eine Organbeteiligung (z.B. Fettleber oder Gelenkentzündungen) kommen gelegentlich auch bildgebende Verfahren wie Sonografie oder MRT zum Einsatz. Grundsätzlich gilt, dass ein Wert allein keine stillen Entzündungen belegen kann. Die Diagnose einer „Silent Inflammation“ sollte daher immer durch eine kombinierte Beurteilung bestimmter Marker und klinischer Symptome erfolgen.

Stille Entzündungen bekämpfen und verhindern: 6 ganzheitliche Tipps

Abbildung 4: Durch eine gezielte Anpassung des Lebensstils ist es möglich, stillen Entzündungen vorzubeugen und bestehende Inflammationen wirksam zu lindern.

Der Gedanke, dass im eigenen Körper unbemerkt stille Entzündungen schwelen, beunruhigt viele Menschen. Die gute Nachricht lautet jedoch, dass Sie durch gezielte Lebensstilveränderungen aktiv etwas tun können, um die Entzündungen auszubremsen oder gar nicht erst zu entfachen. Dabei gilt es, einerseits möglichst alles zu vermeiden, was stille Entzündungen fördern kann, und andererseits eventuell bestehende Entzündungen durch Maßnahmen aus den Bereichen Ernährung, Bewegung und Stressmanagement zu lindern.

1. Kümmern Sie sich um Ihre Darmgesundheit!

Nicht selten haben stille Entzündungen ihren Ursprung im Darm. Das ist auch wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Darm unser größtes Immunorgan ist, in dem rund 70 bis 80 Prozent aller Immunzellen sitzen. Die Darmgesundheit gezielt zu unterstützen und das Mikrobiom kontinuierlich zu pflegen, ist daher unverzichtbar, wenn man stille Entzündungen vermeiden oder lindern möchte. Eine Möglichkeit besteht darin, den Darm durch eine Darmsanierung von Schadstoffen und Toxinen zu befreien, die das Immunsystem belasten können. Eine gezielte Stärkung des Mikrobioms gelingt durch eine ballaststoffreiche und möglichst zuckerfreie Ernährung. Achten Sie außerdem darauf, regelmäßig fermentierte Produkte (z.B. Sauerkraut, Kimchi, Kefir) zu konsumieren. Diese Probiotika enthalten positive Mikroorganismen, die das Mikrobiom vielfältiger machen und stärken können.

2. Priorisieren Sie entzündungshemmende Lebensmittel!

Ist der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, kann auch das Immunsystem effizienter arbeiten. Entzündungen haben so weniger Chancen, sich auszubreiten oder zu verschlimmern. Sie sollten sich daher möglichst ausgewogen sowie vitalstoff- und antioxidantienreich ernähren. Eine pflanzenbasierte basische Ernährungsweise bietet hierfür die beste Grundlage. Als „basisch“ werden alle Lebensmittel bezeichnet, die nach der Verdauung basisch (alkalisch) wirken und somit die Bildung von Säuren im Stoffwechsel verringern oder neutralisieren. Werden diese basischen Nahrungsmittel vernachlässigt, steigt das Risiko für eine „latente Übersäuerung“ – ein Zustand, der stille Entzündungen begünstigen kann.[4] Als Richtwert für eine günstige Säure-Basen-Balance gilt: Etwa 70 bis 80 Prozent der Ernährung sollte aus basenbildenden und etwa 20 bis 30 Prozent aus säurebildenden Lebensmitteln bestehen.

Zu den basischen – und somit entzündungshemmenden – Lebensmitteln zählen vor allem grünes Gemüse (z.B. Brokkoli, Spinat, Grünkohl), bestimmte Obstsorten (z.B. Zitrone, Avocado), Kräuter und Gewürze (z.B. Petersilie, Koriander, Ingwer) sowie Sprossen und Keimlinge (z.B. Alfalfa, Mungbohnen). Da Antioxidantien freie Radikale neutralisieren können, die stille Entzündungen antreiben, sollten Sie zudem regelmäßig auf antioxidantien- und polyphenolreiche Lebensmittel wie Beeren oder Kirschen sowie auf Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Zimt zurückgreifen. Verzichten Sie auf zuckerreiche und industriell stark verarbeitete Lebensmittel sowie auf einen übermäßigen Konsum von Gluten und Weizenproteinen, da diese stille Entzündungen verstärken können.

3. Reduzieren Sie – sofern vorhanden – Ihr Viszeralfett!

Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen überschüssigem Körperfett und Entzündungsprozessen im Körper.[5] Besonders gefährlich ist viszerales Bauchfett, da diese Art von Fettgewebe hormonell aktiv ist und entzündungsfördernde Stoffe produziert. Ein gutes Gewichtsmanagement und gegebenenfalls eine gezielte Reduktion von Viszeralfett sind somit wichtige Bestandteile der Prävention und Behandlung stiller Entzündungen. Eine antientzündliche basische Ernährungsweise sowie tägliche Bewegung und die Vermeidung von chronischem Stress zählen zu den wirksamsten Maßnahmen, um Viszeralfett zu verringern.

4. Bewegen Sie sich am besten täglich!

Der entzündungshemmende Effekt von regelmäßiger körperlicher Aktivität ist wissenschaftlich gut dokumentiert.[6] Wer stillen Entzündungen vorbeugen oder bestehenden Inflammation entgegenwirken möchte, sollte am besten auf moderates Ausdauertraining in Kombination mit Krafttraining setzen. Sanfter Ausdauersport wie langsames Radfahren, Schwimmen, Wandern oder Joggen regt die Durchblutung an und kann das Immunsystem stärken. Krafttraining wiederum ist ein wirksames Mittel zur Reduktion von Körper- und Viszeralfett, da eine Zunahme an Muskelmasse mit einem erhöhten Grundumsatz einhergeht. Zudem wird durch die Muskelarbeit die Ausschüttung sogenannter Myokine angeregt, die entzündungshemmend wirken.[7]

5. Behalten Sie Ihr Stresslevel im Blick!

Kurz gesagt: Stress macht Entzündung. Das auch als „Stresshormon“ bekannte Cortisol kann anfangs zwar entzündungshemmend wirken, hat unter chronischem Stress jedoch den gegenteiligen Effekt, da der Körper eine Cortisolresistenz entwickeln kann.[8] Eine Überaktivierung des Sympathikus führt zu einer dauerhaften Noradrenalin-Ausschüttung und einer gesteigerten Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe. Außerdem verstärkt Stress zelluläre Alterungsprozesse und die altersbedingte Entzündungsaktivität („Inflammaging“). Um diesen Prozessen entgegenzuwirken, ist ein funktionierendes Stressmanagement entscheidend. Methoden zur Stressbewältigung und Entspannungstechniken wie Meditation, Achtsamkeitstraining, Yoga oder Atemübungen können dazu beitragen, das Nervensystem zu beruhigen und das eigene Stresslevel zu senken.

6. Meiden Sie Nikotin und weitere Toxine!

Sollten Sie rauchen, ist ein Rauchstopp der wichtigste Schritt, um stillen Entzündungen entgegenzuwirken. In Tabakrauch sind über 7.000 chemische Substanzen enthalten, die oxidativen Stress im Körper erzeugen und die Produktion entzündungsfördernder Zytokine anregen können.[9] Zugleich werden antioxidative Stoffe wie Glutathion oder Vitamin C, die im Körper normalerweise als antioxidativer Schutz dienen, aufgebraucht. Das Resultat ist eine niedriggradige dauerhafte Entzündung – eine „Silent Inflammation“. Auch Umweltgifte wie Pestizide, Weichmacher, Schwermetalle oder Feinstaub sollten gemieden werden, da die Substanzen oxidativen Stress erzeugen und das Immunsystem chronisch reizen können.

Disclaimer

Dieser Artikel ersetzt keine Behandlung durch einen qualifizierten Therapeuten. Die Grundlage dieses Beitrags bilden Studien und aktuelle Literatur. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden. Besprechen Sie ggf. Ihre Inspirationen aus diesem Artikel mit einem Therapeuten Ihres Vertrauens. 

Biografisches

Katharina Korbach schreibt für den Narayana Verlag regelmäßig Blogbeiträge über Heilpflanzen und natürliche Wirkstoffe. Schon früh begann sie, sich für Sprache zu interessieren und eigene literarische Texte zu verfassen. Eine schwere Erkrankung während ihrer Abiturzeit veranlasste eine intensive Beschäftigung mit Gesundheits- und Ernährungsthemen, die bis heute anhält. Nach dem wiederholten Scheitern schulmedizinischer Behandlungsmethoden entschied sie sich für einen selbstwirksameren, naturheilkundlichen Therapieansatz. Eine pflanzenbasierte Ernährung war ein wesentlicher Schlüssel auf ihrem Heilungsweg.

Katharina studierte Kulturwissenschaften (B.A.) und Angewandte Literaturwissenschaft (M.A.). 2022 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Sperling“ im Berlin Verlag. Heute lebt sie als freie Autorin, medizinische Redakteurin und Dozentin in Berlin. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Freunden oder beim Barre-Training. Außerdem liebt sie es, zu reisen und neue vegane Rezepte auszuprobieren.


[1] Cifuentes M, Verdejo HE, Castro PF, Corvalan AH, Ferreccio C, Quest AFG, Kogan MJ, Lavandero S. Low-Grade Chronic Inflammation: a Shared Mechanism for Chronic Diseases. Physiology (Bethesda). 2025 Jan 1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39078396/.

[2] Furman D, Campisi J, Verdin E, Carrera-Bastos P, Targ S, Franceschi C, Ferrucci L, Gilroy DW, Fasano A, Miller GW, Miller AH, Mantovani A, Weyand CM, Barzilai N, Goronzy JJ, Rando TA, Effros RB, Lucia A, Kleinstreuer N, Slavich GM. Chronic inflammation in the etiology of disease across the life span. Nat Med. 2019 Dec. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31806905/.

[3] Page MJ, Kell DB, Pretorius E. The Role of Lipopolysaccharide-Induced Cell Signalling in Chronic Inflammation. Chronic Stress (Thousand Oaks). 2022 Feb 8. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35155966/.

[4] Balali A, Nehls MS, Tabibi H, As'habi A, Arab A. Dietary acid load and markers of malnutrition, inflammation, and oxidative stress in hemodialysis patients. Front Nutr. 2024 Mar 22. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38585612/.

[5] Kunz HE, Hart CR, Gries KJ, Parvizi M, Laurenti M, Dalla Man C, Moore N, Zhang X, Ryan Z, Polley EC, Jensen MD, Vella A, Lanza IR. Adipose tissue macrophage populations and inflammation are associated with systemic inflammation and insulin resistance in obesity. Am J Physiol Endocrinol Metab. 2021 Jul 1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33998291/.

[6] Nimmo MA, Leggate M, Viana JL, King JA. The effect of physical activity on mediators of inflammation. Diabetes Obes Metab. 2013 Sep. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24003921/.

[7] Leal LG, Lopes MA, Batista ML Jr. Physical Exercise-Induced Myokines and Muscle-Adipose Tissue Crosstalk: A Review of Current Knowledge and the Implications for Health and Metabolic Diseases. Front Physiol. 2018 Sep 24. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30319436/.

[8] Lee JH, Meyer EJ, Nenke MA, Lightman SL, Torpy DJ. Cortisol, Stress, and Disease-Bidirectional Associations; Role for Corticosteroid-Binding Globulin? J Clin Endocrinol Metab. 2024 Aug 13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38941154/.

[9] Urban?i? M, Petrovi? D, Živin AM, Korošec P, Fležar M, Petrovi? MG. Correlations between vitreous cytokine levels and inflammatory cells in fibrovascular membranes of patients with proliferative diabetic retinopathy. Mol Vis. 2020 Jun 26. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32606566/.


Abbildung 1: Pepe Gallardo/shutterstock.com ; Abbildung 2: Worranan Junhom/shutterstock.com ; Abbildung 3: Nemes Laszlo/shutterstock.com ; Abbildung 4: Maren Winter/shutterstock.com


18.12.2025

Katharina Korbach