Ein FallbeispielDie Patientin ist eine 29 Jahre alte Frau, verheiratet, ein Sohn. Sie arbeitet als Massagetherapeutin, hält Workshops und ist Sängerin. Gemüt: Ihr Sohn wurde ein Jahr zuvor geboren. „Ich hatte große Angst vor der Entbindung und es war schrecklich. Ich musste ins Krankenhaus und die Geburt wurde mit einer Oxytocin-Infusion eingeleitet. Für mich war es wie Folter, ich hatte überhaupt keine Kontrolle, ich bin ausgeflippt und sie mussten mich mit einem Sedativum ruhigstellen. Der Gedanke, dass ich wieder schwanger sein könnte, stellt mein ganzes Leben auf den Kopf. Dann werde ich panisch und kann sogar hyperventilieren. Überkommt mich dieses Gefühl, wenn ich unterwegs bin, weiß ich nicht mehr, in welche Richtung ich gehen soll. Es ist, als wäre ich nicht da. Ich muss dann Selbstgespräche führen, um wieder ruhig zu werden. Eine weitere Entbindung werde ich nicht überleben. Letzte Woche dachte ich, ich sei schwanger und deswegen bin ich jetzt hier bei Ihnen. Ich liebe meinen Sohn, es ist wie ein wunderschönes Geschenk.“ „Das erste Mal als ich Sex hatte, fühlte es sich an wie eine Vergewaltigung.“ „Als Kind hatte ich auch solche außerkörperlichen Erfahrungen. Das war so, bis ich in die Oberstufe kam; es ist immer dann passiert, wenn ich mich verletzt hatte, hingefallen bin oder so. Als ich drei Jahre alt war, dachte man, ich habe Epilepsie, weil ich manchmal einfach hinfiel. Ich musste eine Zeit lang Medikamente einnehmen deswegen. Mit einem homöopathischen Mittel ist es dann weggegangen.“ „Ich singe und stehe gern auf der Bühne. Das kann ich aber nur mit meiner Band/Combo und wenn ich mein Bühnenkostüm anhabe. Es ist eine Show, ein Akt. Zuhause habe ich mein eigenes Tonstudio, in dem ich aufnehme. Auf der Bühne zu stehen ist wichtig für mich, ich würde es auch umsonst, ohne Geld, machen. Ich hatte eine Weile pausiert und in der Zeit einen Hautausschlag bekommen. Der verschwand, als ich wieder mit dem Singen anfing.“ Sie erzählt: „Seit zwei Wochen muss ich sehr oft seufzen. Ich sehe vielleicht selbstbewusst aus, bin aber eigentlich sehr verunsichert. Seit ich zwölf Jahre alt bin trage ich ausschließlich schwarze Kleidung. Selbst meine Unterwäsche ist schwarz. Ich bin sehr selbstkritisch, alles muss perfekt sein. Meine Bühnenauftritte, aber auch andere Dinge, die ich tue. Ich bin in allem sehr perfektionistisch. Ich habe große Angst vor Versagen und Prüfungen sind ein Drama. Ich muss dann Beruhigungsmittel nehmen. Ich lerne alles auswendig und wiederhole oft, weiß alles schon im Voraus. Nach einer Prüfung zittere ich. Ich kann sehr impulsiv sein und bin immer in Eile, immer beschäftigt. Zur Entspannung mache ich Yoga.“ Ängste: kleine Räume (Aufzug, Toilette); schmale Straßen, Tunnel; Spinnen; vor der Dunkelheit, wenn allein; eingesperrt sein; in Menschenmengen. „Im Theater muss ich in der Nähe des Ausgangs sitzen. Ich habe auch Angst, dass meinen Mann etwas zustößt.“ Sie hat hellseherische Fähigkeiten, weiß immer wer am Telefon ist, wenn es klingelt. Sie kann viele Dinge vorhersehen, die dann auch eintreten. Sie kann die Seelen der Verstorbenen spüren, die ihr Botschaften für andere Menschen geben (sie ist nicht glücklich über diese Gabe). Sehr einfühlsam, auch bei ihren Massagen. Zweimal war sie bereits überarbeitet, sehr wahrscheinlich, weil sie auf die Energie anderer Menschen reagiert. Sie musste Dinge aus dem Haus entfernen, weil sie von bösen Geistern besessen waren. Abdomen: eine Woche lang Blähungen und Rumoren; eine Art Bänderschmerz, der sie an ihre Schwangerschaft erinnerte. „Als wäre ich schwanger, mit Übelkeit, wie gelähmt.“ „Ich kann spüren, wie sich alles sträubt, viele Gedanken in meinem Kopf.“ Verschlechterung: ruhig sitzen oder stehen; besser bei Bewegung. Magen: guter Appetit, versucht, ihre schlechten Gefühle durch Essen zu bewältigen. Isst vegetarisch, weil die Tiere leiden. Verlangen: Schokolade (4), Käse (3), Gemüse und Obst. Abneigung: Saures (4), Butter (2), Milch. Schlimmer durch: Eier. Trinkt genug. Stuhlgang: geht manchmal tagelang nicht auf Toilette („Ich weiß, dass ich dann meine Gefühle zurückhalte); ich mache dann einen Einlauf. Energie: morgens gut; schlecht am Nachmittag, wenn ich keinen Mittagsschlaf mache. Allgemeines: Ich kann keine Neonröhren ausstehen; wenn ich im Supermarkt bin, verlaufe ich mich deswegen.“ Kalte Hände und Füße, eher fröstelig als warm. Liebt frische Luft und hat immer das Fenster geöffnet, > im Garten umhergehen. Schlaf: sehr gut; Träume: viele und lebhaft, von Dingen, die in der Zukunft passieren werden; Träume von dem, was am Tag zuvor passierte. Weibliche Genitalien: Mens regelmäßig und stark. Arzneimittel: Argentum phosphoricum Follow-up
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