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Phaseolus vulgaris: wütend und müde

von Jan Scholten

 

Chronisches Müdigkeitssyndrom

Eine 26-jährige Frau leidet seit fünf Jahren an chronischem Müdigkeitssyndrom. Wenn es richtig schlimm kommt, liegt sie vier Tage in der Woche im Bett. Alles ist zu viel für sie, sie hat überhaupt keine Energie mehr. Sie leidet auch unter asthmatischer Bronchitis und unter Kurzatmigkeit beim Treppensteigen, mit Schmerzen in der Brust um das Brustbein herum. Die Atembeschwerden verschlimmern sich bei Nebel, bei Wetterwechsel zu nassem Wetter, bei warmer, feuchter Witterung, am ersten Tag der Menstruation und morgens zwischen 8 und 10 Uhr. Es geht ihr besser, wenn sie die Schultern nach hinten biegt.

 

Allergische Konjunktivitis

Sie reagiert allergisch auf verschiedene Kosmetika, Reinigungsmittel, Lösungsmittel, Gewürze und auf Ulme, Buche und Bohnen. Die Allergien sind schlimmer im Februar und März, mit Reizung und Rötung der Augen.

 

Sie hat ein Gefühl wie von Sand in den Augen, die oberen Augenlider sind gerötet, die Augen schmerzen; hinzu kommt ein nach außen drückender Schmerz an der Nasenwurzel. Während dieser Zustände kann sie sehr unruhig sein. Sie neigt dann dazu, Dinge kaputt zu machen und überdehnt ihre Finger. Die Probleme fingen vor fünf Jahren an, als sie in einem Bekleidungsgeschäft zu arbeiten begann.

Am ersten Tag der Menstruation leidet sie auch unter Schwindel, ihr Blick ist vernebelt und hat keine Tiefenschärfe. Sie ist dann ungeschickt und fällt leicht, besonders, wenn sie die Treppe hinauf geht. Sie lässt auch Dinge fallen und stößt an die Möbel. Sie hat das Gefühl zu schweben, während ihr Kopf in einem Sack steckt. Der Augenarzt kann nichts finden und eine Brille zeigte keinen Einfluss auf die Symptomatik. Der Neurologe machte eine Lumbalpunktion und einen Sehtest, konnte aber keinen objektiv feststellbaren Defekt finden.

Die Allergie gegen Lösungsmittel hat auch ihre Haut angegriffen, die gerötet ist und juckt, vor allem auf dem Handrücken, auf den Knien, an den Ellbogen und vor den Ohren. Die Haut auf dem Handrücken ist verdickt und aufgequollen, als läge eine Schicht darauf.
Sie hat immer wieder „grippale Infekte“, die mindestens eine Woche anhalten, etwa acht oder neun Mal im Jahr. Sie hat Halsschmerzen und der Hals ist rot und juckt; sie fühlt sich krank, schwach und müde und hat erhöhte Temperatur von 38 ° C.

Familienanamnese

Ihr Vater hat Heuschnupfen, ihre Schwester hat auch eine Allergie gegen Lösungsmittel und ihre Mutter hat Multiple Sklerose. Die Multiple Sklerose-Erkrankung der Mutter begann, als sie etwa zwei Jahre alt war; als sie dreizehn wurde, brauchte ihre Mutter bereits einen Rollstuhl.

Vorgeschichte

Als Kind war sie Nachtwandlerin, was sie toll fand. Im Alter von fünfzehn Jahren litt sie unter Hyperventilation mit Gefühlen von Kurzatmigkeit und Müdigkeit, aber ohne Angst oder Panik. Die erste Attacke erlitt sie in ihrem Klassenzimmer während des Mathematikunterrichts. Sie fiel schnurstracks vom Stuhl.

Es fühlte sich alles sehr unwirklich an: „Ich war nicht mehr da, es überfiel mich einfach so.“ Jeder sagte, man hätte schon so etwas erwartet wegen ihrer familiären Problematik, da ihre Mutter an Multipler Sklerose leide. Zu der Zeit hatte sie auch einen Freund, dessen Mutter ebenfalls an Multipler Sklerose erkrankt war.

Es war nicht besonders gemütlich zu Hause. Sie war sehr eigensinnig und mürrisch, was sie dazu veranlasste, sich einer Psychotherapie zu unterziehen. Sie verließ ihr Elternhaus, um für ein halbes Jahr bei einer Tante zu leben und zog später zu ihrer älteren Schwester. Ihre Mutter war - bedingt durch ihre Krankheit - sehr anspruchsvoll, und sie spürte, dass ihre Mutter etwas von ihr verlangte, dass sie ihr nicht geben konnte. Sie fühlte sich machtlos und dachte: „Ich bin weder Physiotherapeut, noch Arzt oder Zauberer.“ Sie glaubt, dass ihre Probleme nichts mit der Multiplen Sklerose ihrer Mutter zu tun haben. Diese Vorstellung macht sie wütend. Ihre Meinung ist: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich“.

Sie kann oft sehr wütend werden, und sie drückt ihre Unzufriedenheit dann auch gerne aus. Auch Kleinigkeiten können bei ihr Wut provozieren. „Sie könnte eine Katze tot treten, die ihr vor die Füße läuft.“ Es macht sie sehr wütend, wenn sie viel zu tun hat, vor allem unter Zeitdruck. Sie bekommt dann ein rotes Gesicht und fühlt die Wut von Händen, Brust und Hals zum Kopf aufsteigen. Sie ärgert sich auch über Leute, die ihre Termine nicht einhalten. Astrologisch gesehen ist sie ein echter Skorpion. Sie hilft anderen Menschen gern, und legt Wert auf eine gute Zusammenarbeit. Sie liebt ihren Beruf als Englischlehrerin und arbeitet gerne mit Kindern.

Allgemein: Wetter: eiskalte Hände und Füße, schlimmer durch feuchtes Wetter und Wechsel zu nassem Wetter

Tageszeit: Schlimmer 8-10 Uhr morgens, besser im Herbst

Verlangen: Fleisch, Käse, Gemüse, Obst, Melonen, Mango

Abneigung: Erbsen (3) und Bohnen (3), sauer, süß

Menses: unregelmäßig, alle drei bis sechs Wochen; sonst keine Probleme damit

Schlaf: Gut, auf dem Bauch

Träume: Bewegte und lustige Träume; Fallschirm-Absprung von einem Berg oder Mitspielen  in einem Film. Als Kind träumte sie, dass sie mit ihrer Familie in den Wald gegangen war und dann kam eine Hexe, um sie zu fressen.

 

Analysis  
Diese Patientin kam zuerst im Jahre 1993 zu mir. Damals konnte ich das passende Mittel nicht eindeutig erkennen. Wegen der starken Abneigung gegen Erbsen und Bohnen, verschrieb ich die Bohne, Phaseolus in 1M. Damals hatte ich keine weitere Bestätigung für diese Verordnung. Die Bestätigung für die Verordnung findet man in der Umkehrung des Gesetzes der Ähnlichkeit: „Bei unklarer Symptomatik verschreibe ein unbekanntes Mittel.“ Später fand ich heraus, dass viele der Symptome meiner Patientin Symptome der Leguminosen-Familie (Fabaceae) waren, wie Sie im Folgenden lesen können.

 

Follow-ups
Nach sechs Wochen: Als sie wieder kam, erzählte sie mir, dass alles noch schlimmer geworden sei. Sie hatte einige Wochen lang Fieber gehabt, hatte einen trockenen Husten, Muskelschmerzen im Oberschenkel, und Ekzeme an der Seite der Nase. Der Schwindel war jedoch fast weg und sie überdehnte auch ihre Finger nicht mehr. Sie fühlte sich ruhiger, nicht mehr so eilig und hatte mehr Energie. Nachdem ihr Energieniveau zuvor auf und ab gegangen  war, empfand sie es nun schon als auffällig, wenn ihre Energie ein paar Tage etwas niedriger war. Ich wiederholte Phaseolus vulgaris 1MK(1) und allmählich ging es ihr immer besser.

Das Mittel wurde während des ersten Jahres sieben Mal wiederholt. Nach einem halben Jahr waren fast alle ihre Allergien verschwunden und sie hatte nur noch manchmal vorübergehende Muskelschmerzen. Später im selben Jahr bekam sie Ekzeme, zuerst unter den Augen, später in den Mundwinkeln und auf den Schultern. Das Ekzem wurde schlimmer an der Sonne und durch Wärme, sowie zwischen 8 und10 Uhr morgens. Wieder hatte sie die gleichen Modalitäten wie zuvor. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wurde das Mittel weitere sieben Mal wiederholt, wenn kleinere Probleme wie die Müdigkeit wieder auftraten. Danach verspürte sie nicht mehr Müdigkeit als ein „normaler“ Mensch und es geht ihr immer noch sehr gut.

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht in Homeopathic Links, Band 12 (5), 1999.
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(1) 10.000 Korsakoff
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Fotos: www.wikipedia.org
Allergische Konjunktivitis
Phaseolus vulgaris
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Kategorie: Fälle
Stichwörter: chronische Müdigkeit, Allergien, Ärger, Schwindel, Machtlosigkeit
Mittel: Phaseolus vulgaris

 




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