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Homöopathie auf den Philippinen

 
von Felicity Nutting
 

Mt. Mayon

Armut bestimmt das Leben in dem kleinen Dorf am Fuß des Mt. Mayon, eines aktiven Vulkans auf den Philippinen. Zum Glück hat ein Australier eine Wohltätigkeitsorganisation dort aufgebaut, um den Menschen in dieser abgelegenen Gegend zu helfen. Sie leben in primitiven Verhältnissen mit offenem Feuer zum Kochen, Plumpsklos und Wasserpumpen für den täglichen Bedarf.

Der Gründer der Wohltätigkeitsorganisation ist einer meiner Patienten hier in Australien, der die Wirkung der Homöopathie selbst erlebt hat. Er bat mich dorthin zu gehen und die Menschen dort zu behandeln, und ich bin gerade von meiner 6. Reise innerhalb eines Jahres zurückgekehrt.

Die Schlichtheit der Anamnesen und die Schnelligkeit der Heilung möchte ich anhand der  folgenden Fälle zeigen. Ich glaube, wenn man Menschen in Drittweltländern behandelt, ist das wie eine Reise zurück zu den Zeiten der Alten Meister, wo es noch nicht so starke Heilhindernisse gab.

Meine Dolmetscherin Sarah und ich beschränken uns auf 22 Patienten pro Tag.
 

FALL 1

JoJo hat vor 2 Wochen seinen Bruder verloren. Er ist an Tuberkulose (TBC) gestorben. Seine Mutter war bereits an Tuberkulose gestorben, als er noch ein Teenager war. Der junge Mann hat extremes Untergewicht, Appetitlosigkeit und hohes Fieber mit Nachtschweiß. Der gelb-grüne Schleim lässt sich nur schwer abhusten. Er hat Magenschmerzen, grünlichen Durchfall und erbricht morgens Schleim.

Ich behandelte ihn zunächst mit Ignatia 1M und Arsenicum album C 30 dilutio, das er nehmen soll, wenn die Atmung zu sehr erschwert ist, und bat ihn, mich am nächsten Tag wieder aufzusuchen. Er kam nicht, daher gingen wir am nächsten Tag zu ihm nach Hause.

Als wir am späten Vormittag eintrafen, war er zu schwach, um zu mir zu kommen - nur 2
Gehminuten. Inzwischen war die morgendliche Schleimmenge geringer geworden; er hatte nun einen unproduktiven, trockenen Husten und produzierte nur noch morgens etwas Auswurf. Der Appetit hatte zugenommen, nachdem das Fieber herunter gegangen war, und die Atmung war jetzt besser. Er konnte noch immer nicht schlafen und hatte Schweißausbrüche und Durchfall. Er begann sich jedoch besser zu fühlen. Ich gab ihm Tuberculinum C 30 und er nahm bei Bedarf weiterhin Arsenicum album C 30 dil.

Am nächsten Morgen brachte er seine Röntgenbilder. Der Befund war aktive TB, Lungenentzündung und Verkalkung der Lungen. Als ich ihn untersuchte, war seine Atmung  etwas leichter geworden, kein Erbrechen mehr, kein Schweiß und kein Fieber mehr, und er hatte wieder Appetit.

Mein erster Besuch hatte am 30. Mai 2010 stattgefunden. Bei meinem letzten Besuch im November 2010 hatte er keine Lungenprobleme mehr; er nahm an Gewicht zu und war auf Arbeitssuche. Er bat mich um mehr Arsenicum C 30, weil es seine Lungen sofort geheilt hatte.
 


FALL 2

Mariel ist eine junge Frau; sie hat einen infizierten Finger, der schwarz und geschwürig ist. Sie trägt eine Creme auf, die die Eiterung unterdrücken soll. Ich bat sie, auf die Verwendung der Creme zu verzichten. Sie hat nur geringe Schmerzen und nur ein leichtes Jucken. Wenn sie steht, hat sie Dreh-schwindel; der Raum scheint sich um sie herum zu drehen.

Ich hatte ihr ein paar Kügelchen Arsenicum album C 30 gegeben, sowie Calendula Urtinktur, um den Finger zu baden. Vier Tage später zeigte sich ein verblüffendes Ergebnis: Die Geschwüre, die dabei gewesen waren sich zu entwickeln, hatten sich nicht weiter ausgebildet, sondern waren verschwunden. Der Finger begann Eiter abzusondern, und die lila-schwarzen Hautstellen gingen zurück. Der Schwindel war wie weggeblasen.



Dies sind die Follow-up-Fotos 12 Wochen später. Wieder einmal hätte ihr die richtige Behandlung die volle Beweglichkeit ihres Fingers zurückgeben können, aber wir waren nur 2 Wochen dort und dann 6 Wochen oder noch länger weg. Bei richtiger Physiotherapie hätte  die Chance bestanden, dass sich der Finger dieser Frau wieder normalisiert hätte. Ohne Homöopathie hätte sie den Finger vermutlich verloren, da die Entwicklung weiterer Geschwüre bereits abzusehen gewesen war.
 

FALL 3

Ludovico ist ein Mann Anfang dreißig mit der Diagnose Diabetes. Man hatte ihm zur Amputation seines Fußes geraten. Er sagte zu mir, er sei mit 2 Füßen geboren und er wolle auch mit 2 Füßen sterben. Er zeigte keinerlei Diabetes-Symptome.

Er steht in Wasser, das mit Büffelmist verunreinigt ist und hat weder sauberes Wasser noch Verbandsmaterial. Trotz allen Behandlungen, die er durchgemacht hat, blieb alles beim Alten. Sein linker Fuß war stark geschwollen, schmerzhaft und infektiös. Er hatte einheimische Kräuter aufgelegt, die die Infektion zwar etwas dämpften, aber die Wunde nicht wirklich heilten. Er konnte nur sitzen, denn das Gehen bereitete ihm extreme Schmerzen.
Er kam 3 Tage später wieder, nachdem er zweimal Calendula C 200 eingenommen hatte. Wir wiesen ihn an, die Wunde so weit wie möglich mit Calendula Urtinktur feucht zu halten. Er legte keine Kräuter mehr auf; die Schwellung ging zurück und er humpelte stolz umher und versuchte sogar schon, den Fuß zu belasten.

5 Wochen später nahm er keine Calendula-Kügelchen mehr, badete den Fuß aber weiterhin in  der Urtinktur. Die Schwellung ist jetzt verschwunden, die Wunde wird immer kleiner und die Schmerzen sind stark zurückgegangen.

 

FALL 4

Monica ist 71 Jahre alt und hat vor einem Monat einen Schlaganfall gehabt. Als sie zu uns kam, musste sie sich beim Gehen an den Wänden festhalten, um sich zu stützen. Sie ist schwach, schwindlig und leidet unter Doppel-Sehen. Beim Gehen hat sie das Gefühl, sie würde umfallen und ihre Augen tränen die ganze Zeit. Sie hat Taubheitsgefühle in den Füßen, im rechten Arm und in beiden Beinen und ständige Schmerzen in den Schultern. Statt zu gehen kann sie nur schlurfen. Wir haben es mit Arnica und dann mit Phosphor versucht - ohne Erfolg. Eine Gabe Nux vomica C 30 heilte ihre Sehstörungen innerhalb von Minuten; ihre Kraft und Beweglichkeit besserte sich sichtlich. Nur ihre Augen tränten noch. Wir änderten das Mittel und gaben 6 Wochen später Conium C 30, was ihren Armen und Beinen wieder mehr Kraft gab.
 
Jetzt, etwa 4 Monate später, ist ihr rechter Arm in Ordnung, das Taubheitsgefühl in den Füßen ist weg, und sie kann wieder frei im Dorf umhergehen, ohne zu hinken oder zu schlurfen, und ihr Denken ist klarer geworden. Ihre Augen tränen noch immer und wirken verschwommen; das sind die einzigen verbliebenen Symptome. Die auffälligste Verbesserung ist: Zuvor war sie ans Haus gebunden - nun ist sie wieder ein aktives Mitglied der Gesellschaft geworden.

 






FALL 5

Wir sahen Rowena zum ersten Mal am 9. Oktober 2010. Sie war so schwach, dass sie kaum auf dem Schoß ihrer Mutter sitzen konnte. Wenn die Mutter sie losließe, würde sie zu Boden sinken. Sie hat eine Erbkrankheit, an der auch ihre Schwester litt, die aber inzwischen durch eine schulmedizinische Behandlung geheilt ist. Leider sprach Rowena nicht auf die konventionelle Behandlung an. Es handelt sich offensichtlich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, da die Schwäche fortschritt, bis sie nicht mehr gehen oder ihren Kopf halten konnte. Sie kann den Arm heben, um einen „High Five“(Handschlag) anzudeuten, und sie kann den Kopf ein wenig anheben, aber er fällt immer wieder auf die Brust zurück.

Ich gab ihr Phosphor C 30 dilutio, 6 Wochen lang wöchentlich einzunehmen, bis ich wieder da sei; Phosphor passte auch zu ihrer lebendigen, glücklichen Natur. Ich erhöhte auf Phosphor C 200 und schließlich auf 10 M. Sie kann jetzt ein Dutzend Schritte ohne fremde Hilfe gehen, nicht sehr kontrolliert, aber sie ist stark genug, um überhaupt zu gehen. Sie kann um das Haus herum gehen, indem sie sich an den Wänden fest hält, sie kann allein auf einem Stuhl sitzen, ihren Kopf selbst halten, und sie beginnt wieder ohne Hilfe zu essen. Sie kann wieder mit ihren Schwestern auf dem Boden spielen und ihr ganzer Körper ist viel stärker geworden.

 

FALL 6

Azia ist 21 Jahre alt und kommt mit einem Brustdrüsenabszess an der rechten Brust. Sie ist zum zweiten Mal schwanger, obwohl das erste Kind erst 6 Wochen alt ist. Als sie herein kam, hielt sie die rechte Schulter wegen der starken Schmerzen etwa 15 cm höher als die linke.

Jede Bewegung, selbst das Atmen, verstärkte den Schmerz. Die rechte Brust war dreimal so groß wie die linke und eine offene Wunde bedeckte die Hälfte der Brust. Die Absonderung war geringfügig, nur die brennenden Wundschmerzen peinigten sie. Ich gab ihr Bryonia C 30 und bereitete sie auf den Beginn einer verstärkten Absonderung in der Nacht vor.

 

Innerhalb einer Minute wurde ihre Atmung leichter und die Brust begann grünen Eiter abzusondern, der buchstäblich aus der Brust heraus tropfte. Sie war fast sofort schmerzfrei. Hätte ich es nicht mit meinen eigenen Augen gesehen, so hätte ich es nicht geglaubt. Während sie Bryonia nahm, wurden die Schmerzen besser und verschwanden schließlich ganz. Ich sagte ihr, dass sie so oft wie möglich feuchte Umschläge mit Calendula Urtinktur auf die Wunde machen sollte.

Sie kam am nächsten Tag wieder und wir sprachen ein wenig über ihr Leben. Ihre Mutter war gestorben, als sie 7 war. Ihr Vater heiratete wieder und Azia sagte, niemand könne ihre Mutter je ersetzen. Ich glaube, das war die Causa für den Abszess, der entstand, als sie selbst gerade  Mutter geworden war. Natrium muriaticum 1M vollendete die Heilung.

4 Tage später nahmen wir das erste Foto auf und statt des Eiters tropfte nun Milch heraus. Man kann die Milch auf dem Foto deutlich sehen. Auch hier gibt es kein sauberes Wasser zum Baden, kein Verbandsmaterial, nur Calendula Urtinktur. Wir haben jetzt das Mittel gewechselt und sie erhält drei Gaben Calendula C 200, jeden zweiten Tag einzunehmen. Schon nach der ersten Calendula-Gabe gingen die Schmerzen sofort zurück.

Ich frage mich, ob wir vielleicht auch die Vernarbung hätten verringern können, wenn wir geblieben wären und die Behandlung fortgesetzt hätten.

Wir hatten Azia zuerst am 20. Januar gesehen; das zweite Foto wurde von meiner Dolmetscherin am 15. April aufgenommen. Sie hatte nur ein paar Globuli Bryonia, Calendula und Nat-mur bekommen, außerdem die Calendula-Urtinktur.
 

FALL 7

Demarie, 12 Jahre alt. Ihre Beschwerde ist eine Kardiomegalie (Herzerweiterung). In der Familiengeschichte sind Herzprobleme aufgetreten; auch eine Tante leidet unter dieser Erkrankung. Demarie hat ständig Schnupfen und Halsschmerzen. Sie fällt leicht in Ohnmacht durch laute Geräusche, Angst oder Anspannung. Als sie zum ersten Mal kam, war sie ein mürrisches kleines Mädchen. Sie konnte nirgends zu Fuß hingehen oder mit ihren Freunden spielen, denn sie wurde sehr leicht müde. Oft musste oft in der Schule fehlen, weil es zu viel für sie war.
Mit Syphillinum 1M verschwand der Schnupfen innerhalb weniger Minuten, ihr Gesicht nahm wieder Farbe an, und die Atmung verbesserte sich.

Vier Monate später kam ein strahlendes, fröhliches Kind zu uns, das sich eine Erkältung zugezogen hatte, nachdem es nass geworden war. Ich erkannte sie kaum wieder. Sie hat keine Herzprobleme mehr und hat genauso viel Energie und Kraft wie jedes andere Kind in ihrem Alter; sie wird nicht mehr ohnmächtig und leidet auch nicht mehr unter chronischem Schnupfen.

Dreieinhalb Monate später gedeiht sie weiterhin gut. Sie ist das intelligenteste Mädchen in ihrer Schule und hat ein Stipendium für den Besuch einer weiterführenden Schule bekommen. Dieses Kind hat nun die Aussicht auf eine großartige Zukunft, während sie vor der homöopathischen Behandlung keine Lebensqualität und keine Chance auf einen Arbeitsplatz hatte, da sie wahrscheinlich nie einen Schulabschluss erreicht hätte.  

Fotos: Felicity Nutting

Kategorien: Fälle

Stichwörter: Tuberkulose, Abszess, Ulzeration, Schlaganfall, Diabetes, Armut, Schwäche, Kardiomegalie

Mittel: Arsenicum album, Bryonia alba, Calendula officinalis, Conium maculatum, Ignatia, Natrium muriaticum, Nux vomica, Phosphor, Syphilinum, Tuberkulinum Koch

 

 




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